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Odenwälder Weihnachtsreiten

Mudau. Als „runde Sache“ mit überdimensionalem Erfolg hatte sich das Sommer-, Herbst-, Winterprogramm der Gemeinde Mudau erwiesen, und ebenso „rund“ war die Schlussveranstaltung, die die Pferdefreunde Mudau im Team mit dem Reit- und Fahrverein Schloßau am vergangenen Wochenende auf der Reinanlage der Familie Josef Elser präsentierten.

Eine wahre Völkerwanderung in Richtung Reithalle war dem „Odenwälder Weihnachtsreiten“ vorausgegangen, so dass selbst Ortsunkundige nur einfach der interessierten Schar folgen konnten, um in den Genuß der vorweihnachtlichen Überraschungen zu kommen. Unzählige leuchtende Kinderaugen und das schiere Erstaunen über die Leistungen von Mensch und Tier bei den Erwachsenen sprachen für sich, als die Ehrenkutsche von Franz Nikolai mit Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, Josef Elser und Peter Schlär in der „Arena“ ihre Runden drehte und so das Programm eröffnete. Peter Schlär begrüßte die Gästeschar und erläuterte die Bedeutung der liebenswerten Vierbeiner für die 5.000 Seelen-Gemeinde Mudau. „In unserer Gemeinde sind derzeit wieder 220 Pferde eingestellt“. Diese enorme Zahl sporne die beiden Reitvereine jedoch weiter an, das wichtige Merkmal des ländlichen Raumes nicht mehr in Vergessenheit geraten zu lassen. Vor allem lege man Wert auf gute und sinnvolle Jugendarbeit in der Vermittlung vom richtigen und fairen Umgang mit den treuen Tieren, schließlich bestünden 70 Prozent der Mitglieder aus Kindern und Jugendlichen. Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger dankte den engagierten Reitvereinen für die Gestaltung des glanzvollen Schlusspunktes unter ein Programm, dass von unzähligen Vereinen und Privatpersonen in Zusammenarbeit mit der Gemeinde getragen worden war. Es sei hervorragend gelungen, eine abwechslungsreiche Veranstaltungsreihe für Freunde von Natur, Landwirtschaft, Historie und Sport anzubieten und so überraschend viele Besucher von nah und fern zu begeistern. Mit einem kurzen Ausblick auf das Programm 2005, das noch konzentrierter konzipiert werden wird, eröffnete das Gemeindeoberhaupt die Vorführungen der Reiter. Acht Reiterinnen im Alter von sieben bis 17 Jahren bewiesen mit entsprechen größengestaffelten Pferden ihr Können in einer Dressurquadrille. Und was eigentlich nicht vorstellbar ist aufgrund der Größenunterschiede – sie gaben unglaublich harmonisches Bild ab. Es folgten Vorführungen und Erläuterungen, die die Stärken der verschiedenen Pferderassen deutlich machten. Angefangen vom Kaltblüter als vorwiegend treues Arbeitstier in der Forst- und Landwirtschaft, über die Wendigkeit der Araber, Jagd- und das daraus folgende Springreiten bis hin zum anspruchsvollen Dressurreiten – auch in der Hohen Spanischen Reitkunst – sowie dem ganz anders aufgebauten Westernreiten, bei dem sich auch „Häuptling“ Rippberger beweisen musste. In einem weiteren Programmpunkt wurde deutlich, wie eng das Vertrauensverhältnis zwischen Pferd und Reiter sein kann, Und was die beiden alles an Kunststücken zusammen machen können. Denn wenn die Freundschaft stimmt, kann man ein Pferd auch „umschmeißen“ und einen Kopfstand auf seinem Hals machen. Der vierbeinige Koloss spielt dann gerne mit. „Schuhmachers Wintertraining“ lautete die nun folgende Gaudi pur. Und als die beiden kleinen Ponys sich mit viel Talent in die Kurven legten, hatte die Schuhmacher-Nachfolger schon manchmal Probleme, die PS in der Spur zu halten. In der Reithalle hätte der Ferrari jedenfalls Null Chancen gehabt. Ähnlich zackig ging es bei den Vorführungen der Gespannfahrer zu. Hier wurde auch dem Laien klar, dass es bedeutend schwieriger ist, die Tiere und das Gefährt auf der Bahn zu halten als beim Auto Gas zu geben. Rücksicht und Fingerspitzengefühl sind hier das absolute MUSS. Abgerundet wurde der Programmteil der Vorführungen mit einer schmissigen Erwachsenenquadrille bevor „Nikolaus“ Peter Schlär die jüngsten Besucher mit süßen Überraschungen erfreute und die aufgeregten Kleinen erste Reitversuche auf Ponys unternehmen konnten. Dank der gut organisierten Bewirtung in der Reithalle konnten die Besucher den Nachmittag auch gut gestärkt erleben und der Satz „Das war toll, hier kommen wir im nächsten Jahr wieder her“ war nicht selten zu hören.