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DRK-Ortsverein legt schöpferische Pause ein

„Der bereits gefasste Beschluss der Verantwortlichen ist in sich stimmig und führt zur Konsequenz, dass die aktiven Tätigkeiten wie Sanitätsdienste, Erstversorgung vor Ort, Blutspende und Jugendrotkreuz dauerhaft stillgelegt werden“. Mit dieser traurigen und nachdenklichen Aussage von Gabi Slabschi als Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Mudau wurde nun im Rahmen der Jahreshauptversammlung im Gasthaus „Zur Pfalz“ auch offiziell deutlich, dass es den seit Jahrzehnten bestehenden Ortsverein in seiner ursprünglichen Form nicht mehr geben wird. Da man aktuell nur noch auf drei Aktive zurückgreifen konnte, kein Nachwuchs vorhanden ist und sich auch keine neuen Mitglieder für den aktiven Dienst finden konnten, besteht der DRK-Ortsverein Mudau künftig nur noch als „Nachlassverwalter ohne Aktionen“ weiter. Mit diesem schmerzlichen Beschluss mussten die Verantwortlichen sowohl dem demographischen Wandel als auch dem zeitgeistlich geschuldeten Verhalten von jüngeren Generationen im Ehrenamt Rechnung tragen. Nur unter größten persönlichen und idealistischen Anstrengungen Einzelner habe man, wenn auch in etwas abgespeckter Form, die der Satzung zugrunde liegenden Aufgaben im Berichtszeitraum aufrechterhalten können, was in den Rechenschaftsberichten deutlich wurde. Neben einer überschaubaren Anzahl von Mitgliedern konnte die Ortsvereinsvorsitzende Gabi Slabschi Walter Thier als Vertreter der Gemeinde, Jürgen Friedel für den Ortsteil Mudau, Heribert Fouquet für den DRK-Kreisverband Buchen, Gesamtkommandant Gerd Mayer von der Freiwilligen Feuerwehr mit dem stv. Kreisjugendreferenten Manfred Müller sowie Christian Wallner von der Kreisbereitschaftsleitung begrüßen und ihnen für die jahrelange harmonische Zusammenarbeit danken. Bereitschaftsleiter Dieter Slabschi resümierte in seinem wohl letzten Tätigkeitsbericht die Kooperation mit der Volksbank bezüglich der Bereitstellung von Defibrillatoren mit Einweisungskursen, den Wiederbelebungskurs bei der örtlichen Feuerwehr, die Präsenz bei Blutspenderehrungen und den Erste-Hilfe-Kurs für Kinder. Weiter die Bereichsleitersitzungen, den Sanitätsdienst bei der Gläsernen Produktion in Scheidental, die Teilnahme am Sommerferienprogramm, den Sanitätsdienst im Hochseilgarten, die Versorgung beim Mudauer Herbstlauf und natürlich die Blutspendeaktion im Dezember in der Odenwaldhalle. In 49,5 Einsatzstunden habe man 21 Patienten versorgen können und die HVO verzeichnete 51 Einsätze mit einer Einsatzzeit von 66,9 ‚Stunden. Die Einsatzindikatoren verteilten sich auf 27 internistische, 8 chirurgische, 2 neurologische Notfälle und 2 Reanimationen, sowie 6 Verkehrsunfälle, 2 Brandeinsätze und einer Tragehilfe für den Rettungsdienst. Nachdem Kassenwart Josef Friedel über eine zufriedenstellende Finanzausstattung berichten hatte und die Kassenprüfer Walter Scheurer und Silvia Fromme keine Beanstandungen zu vermelden hatten, erteilten die Mitglieder als Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit der gesamten Vorstandschaft einstimmig Entlastung. Im Anschluss oblag es der Ortsvereinsvorsitzenden Gabi Slabschi einige besonders treue Mitglieder auszuzeichnen. So Martina und Joachim Mai und Wolfgang Radauscher für ihre 35jährige Mitgliedschaft, Dieter Slabschi für 30 Jahre, Volker Scheuermann für 10 und Tobias Slabschi für 5 Jahre Mitgliedschaft im DRK-Ortsverein Mudau. Nach langen und intensiven Gesprächen mit Verantwortlichen des Kreis- und Landesverbandes sei man übereingekommen, den Mudauer Ortsverein nicht ganz still zu legen, sondern mit der Hoffnung auf „Wiederbelebung“ nur mit einem Dreier-Vorstand beizubehalten. Mit einstimmigem Votum gewählt wurden so Dieter Slabschi als 1. Vorsitzender, Jenny Slabschi als 2. Vorsitzende und Josef Friedel als Kassenwart. Somit ist der DRK-Ortsverein Mudau faktisch lebensfähig aber halt ohne Personal für Aktivitäten. Dieter Slabschi abschließend: „Wir haben uns diese Entscheidungen nicht leicht gemacht, mussten aber den Realitäten Rechnung tragen“. In den Grußworten wurden die zahlreichen Tätigkeiten des ehemals lebendigen und funktionierenden Vereins im Interesse der Allgemeinheit gewürdigt und dessen faktische Auflösung als Verlust in der örtlichen Gemeinschaft bedauert. Bürgermeisterstellvertreter Thier erinnerte voll Optimismus daran, dass der DRK-Ortsverein schon einmal vom fast-Aus zu unglaublichen Höhen aufgestiegen sei. Jürgen Friedel sah die Ursachen im demographischen Wandel und Gerd Mayer dankte noch einmal für die ganz hervorragende und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, die man gänzlich ohne Konkurrenzdenken erlebt habe. Heribert Fouquet wünschte dem Ortverein von Herzen das Wiederanknüpfen an dessen Glanzzeiten und Kreisbereitschaftsleiter Wallner erläuterte in seinem kurzen Ausblick, dass die Sanitätsfachdienste in Zukunft zwar vom Ortsverein Buchen übernommen würden, die HVO-Dienste jedoch aufgrund der großen Entfernungen nicht von Nachbarvereinen übernommen werden können und für die Blutspende-Dienste noch keine Lösung gefunden sei. Abschließend verabschiedete sich Gabi Slabschi schweren Herzens von ihrem DRK-Ortsverein, betonte aber, dass sie auch künftig jederzeit ansprechbar und bereit sei, wenn ihre Hilfe benötigt werde. (LM)