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Welt der Musicals beim Konzert des Musikvereins

Mudau. Ein Jahreskonzert der Extraklasse unter dem Motto ,,Faszination Musical“ bot der Musikverein ,,Harmonie 1872“ Mudau in der Odenwaldhalle seinem begeisterten Publikum, das daraus einen „Abend der Standing Ovations“ machte. Unter der Leitung von Alexander Meixner und Ralph Müller zauberten die Jugendkapelle und die Trachtenkapelle Mudau die große Welt des Musicals in die Halle, zu der die 1. Vorsitzende Anja Henn eine stattliche Zahl von Musikfans in „ausverkauftem Haus“ begrüßen konnte.

Bereits beim Betreten des Foyers und nach dem Erklingen der ersten musikalischen Töne wurden die Besucher vom ganz eigenen Zauber eines Musicalbesuches fasziniert. Die Musikerinnen und Musiker servierten eine Reise der Phantasie, die in längst vergangene Zeiten führte, in wahre Geschichten, in Komödien oder auch Tragödien, in Liebesgeschichten oder in Kinderträume. Angeregt wurde die Phantasie der begeisterten Konzertgäste durch Hintergrundinformationen von Marco Scheiwein, Ralf Späth, Katharina Schwing und Sabine Villhauer. Tragik, Traurigkeit und Liebesschmerz kennzeichneten die Inhalte des ersten Stückes aus ,,Les Miserables“ unter der musikalischen Bearbeitung von Claude-Michel Schönberg. Ihren hohen Ausbildungsstand und eine gelungene Intonation dokumentierte die Jugendkapelle auch in der ,,West-Side-Story“ von Leonard Bernstein, wo es um Krieg und Liebe in den Slums von New York ging. Das Lied ,,Nessaja“ aus dem Musical ,,Tabaluga und Lilli“ unter der musikalischen Gestaltung von Peter Maffay erzählte von der Begegnung Tabalugas mit der Meeresschildkröte Nessaja. Sie ist schon uralt und sehr weise und macht Tabaluga klar, dass auch, wenn man erwachsen wird, man sich doch immer ein Stück Kindheit bewahren kann und soll. Mit dem letzten Stück der Jugendkapelle wurde die Geschichte vom ewigen Kreislauf des Lebens, dem ,,Circle of Life“ erzählt und mit Disneys ,,Der König der Löwen“ in die farbenprächtige Welt Afrikas entführt. Die Verantwortlichen des Musikvereins verstanden es prächtig, gerade dieses Musical durch die Jugendkapelle vortragen zu lassen. Als Höhepunkte im Teil der Trachtenkapelle gestalteten sich in der abgedunkelten Odenwaldhalle sicherlich ,,Musik der Nacht“ aus Phantom der Oper von Lloyd Webber und das ergreifende ,,Don`t cry for me Argentina“ aus Evita. Über die Präsentation der Trachtenkapelle mit den singenden Solisten Christoph Müller als Phantom und Jutta Hauk als Evita, war das Publikum vollkommen aus dem Häuschen. Stehende Ovationen, Staccato-Applaus und „Zugabe“-Rufe waren hierfür zwingende Beweise. Zuvor aber oblag es der 1. Vorsitzenden Anja Henn, mit Anton Dambach und Edgar Späth zwei Vollblutmusiker des Musikvereins Mudau zu verabschieden, die aus gesundheitlichen Gründen den aktiven Bereich des Klangkörpers verließen. Bei den zwei Musikern, so die Vorsitzende bei einer Präsentübergabe, handelt es sich um Musiker, die sich aufgrund ihres persönlichen jahrelangen Engagements um die Gemeinschaft verdient gemacht und ein Stück Lebensqualität vermittelt hatten. „So unterschiedlich die beiden in Persönlichkeit, Aussehen und Instrumentenwahl sind, sie haben auch sehr viel gemeinsam“ Anton Dambach war 59 Jahre lange aktiv, Edgar Späth 45 Jahre. Beide waren in mehreren Vereinen tätig, sind treue Kameraden und haben sich in der Vorstandschaft lange Jahre eingebracht. Die Vorsitzende tröstete „sich als Musiker zu verabschieden, heißt noch lange nicht, sich von der Musik zu verabschieden.“ Minutenlange Standing Ovations von Seiten der Musiker und des gesamten Publikums dokumentierten die Hochachtung aller für diese beiden „Urgesteine der Mudauer Musikgeschichte“. Ein besonderer Dank galt neben den Ausbildern und Verantwortlichen des Vereins auch den beiden Dirigenten Ralph Müller und Alexander Meixner, wobei Ralph Müller bereits vor 10 Jahren den Dirigentenstab übernommen hatte. Präsente als Dank und Anerkennung erhielten zudem die Jungmusikerinnen Katharina Schwing und Sabine Villhauer sowie die Gastmoderatoren Marco Scheiwein und Ralf Späth, die eindrucksvoll über die Inhalte der jeweiligen Stücke informierten. So auch bei den ansprechenden Stücken aus ,,Miss Saigon“, ,,Elisabeth“ von Sylvester Levay, ..Starlight Express“, dem ,,Tanz der Vampire“ und natürlich dem ,,Mamma Mia – Abba Gold“. Stehende Ovationen gab es durch das restlos begeisterte Publikum nicht nur für die Musikerinnen und Musiker, den Dirigenten und Verantwortlichen, sondern auch für den Mut, neue Wege in der Musikpräsentation des Musikvereins zu gehen. Als große Bereicherung des Konzerts und gelungene Symbiose zwischen Musik, Inhalt und Hörgenuss, gestalteten sich auch die gesanglichen Darbietungen der Solisten Jutta Hauk als Evita und Christoph Müller als Phantom der Nacht. Lohn und Dank für die Darbietung und den großen Probenaufwand war ein beeindrucktes Publikum und lang anhaltender Applaus. (L.M.)